Wie funktioniert Akku Recycling

Wie funktioniert Akku Recycling

Ja wie funktioniert Akku Recycling jetzt wirklich?

Angeblich gibt es noch keine Konzepte und überhaupt wäre es sehr gefährlich, weil es ja Sondermüll ist. Besonders bei beschädigten Akkus besteht Lebensgefahr beim Recyclen.
Das und noch mehr liest man momentan in den Medien.

Aber wie schaut es wirklich aus?

Lithium-Ionen-Akkus gibt es nicht erst, seit es Elektrofahrzeuge gibt, sondern schon seit mehr als ein Jahrzehnt. Und die menge an klein Akkus, die jedes Jahr anfällt, ist erschreckend.

Alleine Europaweit sind es 212.000 Tonnen.
Das sind aber nur Lithium-Ionen-Akkus die wir alle Zuhause haben, zum Beispiel in Haushaltsgeräten oder in Maschinen usw. Wie viel davon in den Hausmüll gelangt möchte ich gar nicht wissen.

Das Thema Akku-Recycling ist also ein ziemlich heißes Eisen und da darf man auch nicht sagen das ist jetzt nur seit dem es Elektrofahrzeuge gibt ein Thema, nein das Thema Akku-Recycling ist schon sehr lange ein Thema.
Nur jetzt werden die Lithium-Ionen-Akkus einfach deutlich größer und es werden in Zukunft eben auch von diesen größeren Akkus viel mehr kommen.

OK wie kann man jetzt einen Akku von einem Elektrofahrzeug recyclen?

Dazu gibt es verschiedene Methoden, die häufigste Methode, die von den Recyclingfirmen angewandt wird, ist die sogenannte thermische Methode, das heißt der Akku oder die Zellen werden erhitzt, Sodas die Metalle und Kunststoffe schmelzen.
Über die verschiedenen Schmelzpunkte werden dann die Stoffe wie Kobalt, Nickel, Kupfer, Aluminium, Mangan zurückgewonnen.

Lithium bleibt hierbei außen vor, das liegt vor allem daran, das im Moment die mengen an Lithium in den recycelten Akkus noch zu gering ist, das es sich wirtschaftlich lohnt. Das liegt daran, dass Lithium am Weltmarkt einen so geringen preis hat, das der aufwand zum Wiedergewinnen zu hoch ist.

Laut aussagen von Recyclingunternehmen könnte man pro Jahr ca. 4.000 Tonnen Lithium Wiedergewinnen. Wirtschaftlich lohnen würde sich das ganze aber erst ab einer menge von 20.000 Tonnen Pro Jahr.
Momentan sind die Akkus halt noch nicht so zahlreich, das diese mengen erwirtschaftet werden können.
Das wird sich in Zukunft aber sicher ändern.

Es gibt aber natürlich auch Technologien, die Lithium wiedergewinnen, aber das sind momentan nur Pilotanlagen, mit einer eher kleineren Kapazität.
In Deutschland zum Beispiel gibt es zwei Firmen, die sich auf das Recyceln von Lithium-Ionen-Akkus spezialisiert haben.
Zum Beispiel die Firma Duesenfeld oder die Firma Redux, die zum Saubermacher Konzern gehört.

Redux recycelt die Akkus, mit einer Methode die ohne thermische Erhitzung auskommt.
Bei Redux wird der Akku als erstes Tiefentladen. Der Strom, der dabei gewonnen wird, wird aber nicht verschwendet, sondern ins Firmennetz eingespeist und für den restlichen Recyclingprozess verwendet.
Also es wird nicht nur der Akku recycelt, sondern auch der Strom der noch in den Akkus ist, das finde ich sehr interessant.
Wenn der Akku erst einmal tiefentladen ist, wird er in einen Schredder so weit zerkleinert bis daraus ein Granulat entsteht.
Über Magnete und Abscheider werden die verschiedenen Stoffe wiedergewonnen. Der Rest wird über ein Säurebad behandelt.
Am Ende kann man mit dieser Technik über 96 % der Rohstoffe Wiedergewinnen.

Wie gesagt das sind jetzt noch Pilotanlagen.
Es ist aber so das selbst die Betreiber dieser Anlagen sagen, das sie momentan die Akkus gar nicht bekommen, um die Anlagen auszulasten.
Momentan gibt es diese menge an Akkus von Elektrofahrzeugen noch nicht, die für das recyceln bestimmt sind.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Lebensdauer eines Akkus sehr hoch ist, ganz anders als von vielen eben behautet wird. 10 Jahre oder 300.000 Kilometer sind eher der Normalfall.
Aber wenn ein Akku erst einmal aus einem Auto kommt, heißt das nicht, das er sofort recycelt werden muss, der hat auch nach einen Autoleben noch eine Restkapazität von ca.70 bis 80 %.
Ein 100 Kilowattstunden Akku der noch 70 % Kapazität hat, kann noch viele Jahre als Zwischenspeicher benutzt werden.
Bestes Beispiel ist das Fußballstadion in Amsterdam, da arbeiten 148 Nissan Leaf Akkus als Zwischenspeicher, und können so bis zu 3 Megawatt speichern.
VW baut ab 2020 mobile Powerbanks, das sind große mobile Container, mit einer Kapazität von 360 Kilowattstunden bestückt mit ausgedienten Akkus, die bis zu 4 Fahrzeuge gleichzeitig laden können. Damit kann man bis zu 15 Fahrzeuge voll laden.
Also sie sehen es gibt interessante Konzepte.
Und erst nach 15 bis vielleicht sogar 18 Jahren kommt es dann so weit das man ans Recyceln denkt.
Und wenn es jetzt Artikel gibt, die zum Beispiel sagen „Die dreckige Wahrheit der Mobilitätswende„
oder „es gibt gar keine Recyclingkonzepte die Industrie ist gar nicht vorbereitet auf die große menge von anfallenden Akkus" dann ist das teilweise richtig, nur die Wahrheit ist eben, die große menge an Akkus aus Fahrzeugen die Recycelt werden müssen die gibt es einfach noch nicht.Es ergibt doch überhaupt keinen Sinn heute riesengroße anlagen aufzubauen zum Recyceln von Fahrzeug Akkus, weil die würden die nächsten zehn Jahre so gut wie überhaupt nichts zu tun bekommen. Wer macht so was?
Wer würde Millionen versenken, um seine Anlage jahrelang nicht auszulasten?
Betriebswirtschaftlich ist das ein Unsinn.

Also sie sehen selbst das die meisten Hetzkampagnen haltlos sind.
Ich hoffe, ich konnte ein bisschen licht ins Dunkle bringen.